Zuletzt geändert am 23.04.2008
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Zeitungsberichte 2004
 Historische Ansichten

 
Inhalt:
"Heimatkunde Fichtelgebirge"
Der Schneeberg und seine Geschichte
Dietmar Herrmann
Die Entstehung des Sechsämterlandes
"Der Siebenstern"
Der Konradsbrunnen bei Fahrenbach
"Lexikon Fichtelgebirge"
Der Feisnitzspeicher
Karl Dietel
Der Bärenfang auf dem Waldstein
Rudolf Thiem
Der Zinnbergbau im Fichtelgebirge
Internetpräsentation des Fichtelgebirgsvereins
Der "Herrgottstein" bei Hendelhammer
"Lexikon Fichtelgebirge"
Die Burgruine Thierstein
"Lexikon Fichtelgebirge", Herrmann/Süssmann
Die frühere "Maintalstraße"
Internetpräsentation des Fichtelgebirgsvereins
Die Prinzenfelsen im Hohen Fichtelgebirge
"Lexikon Fichtelgebirge", Herrmann/Süssmann
Burg Hohenberg an der Eger
Internetpräsentation des Fichtelgebirgsvereins
Die Carolinenquelle bei Hohenberg
"Lexikon Fichtelgebirge", Herrmann/Süssmann
Die Egerquelle bei Weißenstadt
"Lexikon Fichtelgebirge", Herrmann/Süssmann
Der Weidnerslipp und er Drehoarsch
Camille de Tournon
Die Verwaltung im Fürstentum Bayreuth

 
- Historische Ansichten -
Der Schneeberg und seine Geschichte
vom 02.01.2004
Der Schneeberg mit 1053 Metern über Normalnull ist der höchste Berg im Fichtelgebirge
und im Frankenland. Der Gipfelbereich besteht aus einem Granitblockmeer und Felsburg,
auf dem das Aussichtstürmchen "Backöfele" steht. Der Name Schneeberg soll von snede = Grenze
herrühren, was von Wissenschaftlern so gedeutet wird.
Wahrscheinlicher ist jedoch, dass hier das lange Schneevorkommen namensgebend war.

Der Berg hatte wegen seiner weiten Fernsicht schon immer eine strategisch wichtige Bedeutung.
1498 wurde Kunz von Wirsberg, Hauptmann auf dem Gebürg, vom Markgrafen in Bayreuth
angewiesen, eine Wartordnung auszuarbeiten. Dabei entstanden auf verschiedenen Bergen
des Fichtelgebirges ein Netz von Beobachtungsstationen, die bei Gefahr Feuer- oder Rauchsignale
an die benachbarten Warten abgeben mussten.
Die Weißenstädter mussten 1520 hier eine ständige Wache einrichten.
1713 sah man noch Reste dieser Warte.
1879 baute die Sektion Fichtelgebirge des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins (Vorgänger des
Fichtelgebirgsvereins) die erste einfache Besteigungsanlage auf den Felsengipfel,
gleichzeitig wurde eine einfache Steinhütte errichtet. 1904 folgte eine Blockhütte und 1926 wurde
der Aussichtsturm "Backöfele" aus Eichenstämmen gebaut.

Die Deutsche Luftwaffe ließ 1938 einen 35 Meter hohen Holzturrn errichten,
dessen Verwendungszweck als "geheim" galt. 1942 brannte er aus "unerklärlichen Gründen" nieder.
Am 14. November 1951 requirierten US-Streitkräfte einen Teil des Gipfels, errichteten verschiedene
Gebäude und Stahlkonstruktionen für Antennen und Parabolspiegel.
1961 übernahm die Bundeswehr den nördlich angrenzenden Bereich des Gipfels,
1967 nahm der Fernmeldesektor E im neuen Turm seine Aufklärungsdienste auf.
Der Berggipfel war militärisches Sperrgebiet, das" Backöfele" war "eingesperrt".

Wegen der militärischen Entspannung in Europa verließen die US-Streitkräfte am 30. April 1992
den Schneeberg, am 31. März 1993 stellte die Bundeswehr ihren militärischen Aufklärungsbetrieb ein.
Der letzte Soldat verließ am 30. Juni 1994 die "Luftverteidigungsstellung Schneeberg",
die Liegenschaften gingen an die Bundesvermögensverwaltung über. Der ehemalige Bundeswehrturm
wurde an die Firma Mannesmann für Zwecke des Mobilfunks verpachtet.

Am 29.Dezember 1995 erwarb der Landkreis Wunsiedel eine 6500 Quadratmeter große Teilfläche,
auf der auch das "Backöfele" steht. In Zusammenarbeit mit dem Naturpark Fichtelgebirge erfolgten
Renaturierungsmaßnahmen. Seit 1996 besteht wieder freier Zugang zum Aussichtsturm.
Die Felsengruppe auf dem höchsten Punkt heißt "Backöfele", der Name übertrug sich im Laufe
der Zeit auf den Aussichtsturm.

Aus "Heimatkunde Fichtelgebirge" des Fichtelgebirgsvereins
Im 30jährigen Krieg sollen sich dorthin die Bewohner
der umliegenden Orte geflüchtet haben, die dann dort
auch ihr Brot buken.
Dem Wanderer bieten sich vom Gerüst
aus Eichenstämmen weite Fernsichten:
Frankenwald und Thüringer Wald, Elster-
und Erzgebirge, bayerisch-böhmisches Grenzgebirge
und rings herum das Fichtelgebirge.

Auch im Winter ist der Aussichtsturm " Backöfele"
auf dem Schneeberg ein beliebtes Wanderziel.

Foto: Dietmar Herrmann

 
- Historische Ansichten -
Die Entstehung des Sechsämterlandes
vom 07.01.2004
Als nördlicher Teil des zum bayerischen Herzogtum gehörenden Nordgaues wurde das Fichtelgebirge
nach der Wende des ersten Jahrtausends von der Siedlungswelle der Markgrafen von Vohburg
erreicht. Seit der Besiedelung war das Gebiet ein Teil der "regio Egere".
Nachdem die Herrschaft der Vohburger mit Markgraf Diepold III. erloschen war,
wurde die "provincia Egrensis", zu der auch das Innere des Fichtelgebirges gehörte,
von einem staufischen Landrichter verwaltet.

Bis zum Zeitpunkt der Verpfändung des Egerlandes im Jahre 1322 hatten sich die hohenzollerischen
Burggrafen von Nürnberg bereits im Fichtelgebirge verstreuten Besitz geschaffen.
1385 wurde dieser dem "Burggrafentum ob dem Gebirg" einverleibt, dieses gliederte sich in
das "Land ob dem Gebirg" mit dem Landstrich um Kulmbach-Bayreuth, das "Regnitzland" um Hof
und in das "Land vor dem (böhmischen) Wald". Bereits 1389 bestehen die burggräflichen Ämter
Weißenstadt-Wunsiedel, Hohenberg und Kirchenlamitz.
Bis 1415 war das ganze später als Sechsämterland bezeichnete Gebiet in burggräflichem Besitz.

Um die herrschaftlichen Besitzverhältnisse zu stabilisieren, wurde 1437 eine straffe Organisation
mit der "Hauptmannschaft vor dem (böhmischen) Wald" geschaffen mit einer Aufgliederung
in fünf Ämter.
Als 1504 die Ämterteilung Hohenberg-Wunsiedel erfolgte, entstanden die sechs Ämter Wunsiedel,
Hohenberg, Weißenstadt, Kirchenlamitz, Thierstein und Selb.
Die Ämtergemeinschaft unterstand als Teil der Markgrafschaft Kulmbach-Bayreuth
der Zentralverwaltung in Kulmbach (ab 1603 in Bayreuth).

Nach dem Abdanken des letzten Markgrafen Alexander stand die Markgrafschaft und damit das
Sechsämterland von 1792 bis 1806 unter preußischer Verwaltung, nach vierjähriger Besetzung
durch die Truppen von Napoleon wird das Gebiet in das Königreich Bayern eingegliedert.

Der Name "Sechsämterland" lebt in der Bevölkerung
weiter und wird auch bei verschiedenen
Produktbezeichnungen verwendet.

Dietmar Herrmann im "Lexikon Fichtelgebirge",
erschienen im Ackermann-Verlag Hof/Saale.
 
 

Wunsiedel im Kahr 1834.
Zeichnung: Archiv Herrmann


 
- Historische Ansichten -
Der Konradsbrunnen bei Fahrenbach
vom 17.03.2004
Südlich von Tröstau liegt sein Ortsteil Fahrenbach, heute bekannt durch das Golfhotel
mit den weitläufigen Anlagen des 18-Loch-Platzes.
Früher war es die Quelle St. Conrad und ein kleines Kirchlein, dass die Wallfahrer zur Anhöhe
brachte. 1955 wurde die Quelle vom FGV Tröstau neu gefasst.
Sie liegt in einer Baumgruppe gegenüber dem Gasthaus "Waldfrieden".

Bereits 1542 wird das Quellwasser des Brunnens gelobt, weil seine Wunderkraft bei Kopf-
und Zahnschmerzen half; auch Goldsteine und Perlen sollen in ihm gefunden worden sein.
In der Nähe stand die Kapelle St. Conrad, die um 1475 erbaut worden sein soll.
Sie wurde durch die Stadt Wunsiedel verwaltet, obwohl sie sich nicht auf deren Territorium befand;
Rechnungen für das kleine Gotteshaus sind ab 1483 vorhanden.

Zu der Kapelle war ein Naturalzehent dotiert, der aus Flachs, Brot, Käse und Kuchen bestand.
Wer diese Abgaben gestiftet hatte oder leisten musste, ist nicht bekannt.
Ab 1518 wurden die Ausgaben für die Kapelle nur noch aus den anfallenden Opfergeldern bestritten.
Nachweisbar sind jährlich drei gesungene Messen: am St. Konradstag, am Mittwoch nach Ostern
und am Dienstag nach Pfingsten, wobei die Pfarrkapläne von Wunsiedel die Ausgestaltung
der Gottesdienste übernahmen; nach der Reformation verfiel das Kirchlein,
1542 waren nur noch Ruinen von ihm zu sehen.

Nahe dem Brunnen stand ein wilder Birnenbaum zu welchem
heimliche Wallfahrten stattfanden. In seinen Stamm waren von
abergläubischen Menschen zahlreiche Namen eingeschnitten
und Pflöcke eingebohrt, um die Geister günstig zu stimmen.
Unmittelbar an der Quellfassung steht ein Grenzstein mit der
Einmeißelung "No.1 ". Es handelt sich um den Grenzstein Nr. 1
der 1781 erfolgten Grenzverrainung des damaligen Rittergutsbezirk
Fahrenbach.
Der Konradsbrunnen bei Fahrenbach.
Foto: Herrmann
Aus der Vereinszeitschrift des Fichtelgebirgsvereins "Der Siebenstern", Heft 1/ 2003.

 
- Historische Ansichten -
Der Feisnitzspeicher
vom 24.03.2004
Die Feisnitz ist ein Nebenbach der Röslau mit Quellgebiet zwischen Seedorf und Pechtnersreuth
nahe der Grenze zu Tschechien. Der slawische Name mit Deutung "klares Wasser" taucht urkundlich
1419 als Festritz, später als Feustritz oder Feußnitz auf.
Im Oberlauf wird sie auch Krebsbach genannt. In südwestlicher Richtung vorbei am Naturfreunde-
haus Grenzlandhütte verlässt sie bei Heiligenfurt oberpfälzer Gebiet.

Unterwegs nutzte man früher ihre Wasserkraft in der Grün-, Lipperts-, Geier-, Doller-
und Brandmühle zum Getreidemahlen. Auf oberfränkischer Seite speist sie nun die am Südwestfuß
des Kohlberges angelegten Becken des Feisnitzspeichers.
Nach Abfluss aus dem Hauptbecken fällt sie nördlich ins Tal ab und mündet bei Elisenfels
in die Röslau. Die Feisnitz scheidet das Gebiet des Kohlwaldes vom Reichsforst. Der Feisnitzspeicher
ist ein 1,3 km langer Stausee, bestehend aus dem Hauptspeicher und Vorspeicher.
Errichter und Betreiber ist die Elektrizitäts-Versorgung Oberfranken (EVO, jetzt E.ON).
Daten über den Hauptspeicher: Dammhöhe 19,3 Meter, Dammkronenlänge 150 Meter,
Staufläche 15,54 Hektar, größte Tiefe 19 Meter.
Daten über den Vorspeicher: Dammhöhe 9,25 Meter, Dammkronenlänge 120 Meter,
Staufläche 4,24 Hektar, größte Tiefe sieben Meter. Angelegt wurden die Becken 1972/73
von der damaligen BELG als Kühlwasserreservoir für das Kraftwerk Arzberg.

Im Gebiet des heutigen Stausees befand sich von 1792 bis 1832 die Zeche "Treue Freundschaft",
in der Alaunerz gefördert wurde. Bergbaumäßig wurde das Rohmaterial, schwefelkieshaltige
bituminöse Braunkohle, in vier bis sechs Meter tiefen Schächten abgebaut
und in Werken weiterverarbeitet.
Um 1870 entstand im Bereich der Tagebaugrube ein kleiner Teich, Klausenteich genannt.
Von diesem führte ein Kanal mit leichtem Gefälle nach Elisenfels, wo das Wasser in einer
Turbinenanlage Strom für die dortigen Spinnereien erzeugte.
Dieser Teich wurde 1913 von einem Hochwasser zerstört, 1935 von dem Gastwirtsbesitzer
der Klause neu angelegt. Beim Bau des jetzigen Speichers verschwanden die damaligen Anlagen
und es entstand nördlich des Vordammes die Gaststätte "Seeklause", in einem Uferbogen
ein Campingplatz. Der Vorspeicher wird von einem Fischereiverein bewirtschaftet.

Der Parkplatz am Feisnitzspeicher ist Ausgangspunkt für Wanderungen zur Waldenfels-Warte
auf dem Kohlberg, zum Basaltgebiet des Ruhberges und in das Röslautal zum Gsteinigt
zwischen Elisenfels und Arzberg. Was wird aus den Staubecken nach Stillegung des Kraftwerks?

Aus "Lexikon Fichtelgebirge", erschienen im Ackermann-Verlag Hof/Saale


 
- Historische Ansichten -
Der Bärenfang auf dem Waldstein
vom 31.03.2004
Der sehenswerte Bärenfang auf dem Waldstein, der im Fichtelgebirgsraum früher Parallelen
im Selber Wald und auf der Königsheide gehabt hat, scheint bald nach dem Dreißigjährigen Krieg
errichtet worden zu sein. Bei der damals spürbaren Entvölkerung, der dadurch bedingten Verödung
der Felder und Wiesen und der Verwilderung der Bergwälder werden die Raubtiere im Fichtelgebirge
merklich zugenommen haben.

Die deshalb in der Nähe der Schlossruine erbaute Bärenfalle wird am 3. April 1656
erstmals beurkundet. Die Falle war etwa 100 Jahre lang in Betrieb gewesen.
In den alten Münchberger und Stockenrother Amtsrechnungen und  in anderen einwandfreien
Unterlagen kann man wiederholt von Bären lesen, die auf dem Waldstein in den Fang geraten waren
und dann von den Fronbauern nach Bayreuth zum Markgrafen geschafft werden mussten.
Als Beispiele seien die Jahre 1665, 1667,1672,1681,1690,1721, 1723 und 1729 genannt.

Der letzte Bär auf dem Waldstein soll um 1760 gefangen worden
sein. Als man jedoch um 1780 im Sparnecker Wald
wieder die Spuren eines Bären gefunden haben wollte,
besserte man den Bärenfang nochmals gründlich aus.
Angeblich fing man "aber nichts darinnen, als einige Reisende,
die hier beim Regen ein Obdach gesucht hatten".

Das Jagddenkmal "Bärenfang" auf dem Großen Waldstein.
Foto: Dietmar Herrmann

Aus "Der Große Waldstein im Fichtelgebirge" von Karl Dietel,
Schriftenreihe des Fichtelgebirgsvereins "Das Fichtelgebirge" Heft 1/1987.

 
- Historische Ansichten -
Der Zinnbergbau im Fichtelgebirge
vom 07.04.2004
Die Gewinnung von Zinnerz zählt zu den ältesten Bergbauen im Fichtelgebirge,
da sie unter anderem auch Veranlassung zur Besiedelung war.
Die Erze kommen entweder in Ganglagerstätten als Kluftausfüllungen oder sekundär
im Gehängeschutt, so genannter Zinnsand, als Seifen vor.
Die Erzvorkommen befinden sich im Bereich des Schneebergmassivs und zwischen den Orten
Weißenstadt-Grün-Dürnberg. Viele Flur- und Gewässernamen auf "Zinn" weisen auf die einstigen
Abbaugebiete hin.
Der Erzgewinnung im Seifenbetrieb kam große Bedeutung zu, denn die Abbaugebiete zogen sich
weit bis in die Täler hinein.
Die Gruben und Wäschereien rentierten nachweisbar am besten vom 15. bis 17. Jahrhundert.
Der Verzinnung von Eisenblech und der Herstellung von Zinngeschirr verdanken im Mittelalter
die Städte Wunsiedel und Weißenstadt ihr Emporkommen.
Nach dem 30-jährigen Krieg ist ein spürbarer Niedergang des Bergbaus festzustellen.
Johann Wolfgang von Goethe konnte am 1. Juli 1785 beim Seehaus, damals noch "Zechenhaus"
genannt, den Bergleuten bei ihrer Arbeit zusehen.
Während der Kriegsjahre 1914/18 wurden durch die Gewerkschaften Wilhelmglück I und II
die alten Zinnseifen nochmals angefahren. Der Abbau von Zinnerz in Schächten und Stollen
fand im 15. Jahrhundert bei Schönlind und Weißenhaid, beides Ortsteile der Stadt Weißenstadt statt.
Rudolf Thiem, "Zur Geschichte des Zinnbergbaus
im Fichtelgebirge",
Heft 8/1998 der FGV-Schriftenreihe
"Das Fichtelgebirge".

Das Unterkunftshaus Seehaus des Fichtelgebirgs-
vereins im Hohen Fichtelgebirge verdankt seine
Entstehung dem Zinnbergbau.
Foto: Dietmar Herrmann


 
- Historische Ansichten -
Der "Herrgottstein" bei Hendelhammer
vom 14.04.2004
Der Granitfelsen "Herrgottstein" liegt nördlich von Hendelhammer, Gemeinde Thierstein unmittelbar
westlich an der alten Straßenverbindung nach Selb, bevor man in den Hochwald kommt.
Der Stein ragt etwa 1,40 Meter über die Geländefläche hinaus,
reicht 80 Zentimeter in den Erdboden hinein, hat eine Länge
von 2,50 Meter und hat einen Umfang von fast 6,75 Meter.
Auf der Oberseite des Felsens befinden sich vier muldenförmige
Vertiefungen, die größte von ihnen hat einen Durchmesser
von 45 Zentimeter und ist 15 Zentimeter tief.
Die Sage berichtet, dass der Herrgott hier ausgeruht habe
und wer sich auf dem Stein niederlasse,
dem werde alle Müdigkeit genommen.
1969 haben Mitglieder der Ortsgruppe Arzberg des Fichtelgebirgsvereins, unter ihnen Dr. F.W. Singer
und Hans Günter Tröger, Grabungen um den Stein vorgenommen, nachdem schon Jahre vorher
immer wieder kleinere Steingeräte aus der Altsteinzeit in der näheren Umgebung gefunden wurden.
Bei den vorsichtig durchgeführten Grabungen fand man mittelalterliche, unglasierte Tonscherben,
menschliche Knochen, ein Steinartefakt aus gebändertern Chalcedon (dolchförmige Spitze
mit Heftkerbe) und ein zehn Zentimeter langes Steinbeil.
Eine wissenschaftliche Grabung hat bisher nicht stattgefunden.

In Hendelhammer überquert man auf einer steinernen Brücke den Flusslauf Eger. Wenn der
Bayreuther Markgraf zu seinem Jagdschloss nach Selb fuhr, benutzte er den "Markgrafenweg".
Über verschiedene Bach- und Flussläufe wurden steinerne Brücken gebaut, damit der Landesherr
sicher sein Ziel erreichen konnte. Solche Brückenbauwerke sind noch erhalten geblieben
am Lehstenbach nordöstlich Reicholdsgrün (Stadt Kirchenlamitz), im Egertal bei Wendenhammer
(Stadt Marktleuthen) und hier bei Hendelhammer (Gemeinde Thierstein).
Am Fuße der östlichen Brückenmauer, etwa in der Mitte der Brücke, gibt es einen Wappenstein
mit der Jahreszahl 1763. Darüber die in sich verschlungenen Buchstaben C F und M Z B C.
Diese bedeuten: Carl Friedrich, Markgraf zu Brandenburg-Culmbach.

Aus der Internetpräsentation des Fichtelgebirgsvereins www.bayern-fichtelgebirge.de
Foto: Dietmar Herrmann


 
- Historische Ansichten -
Die Burgruine Thierstein
vom 21.04.2004
Die Anfänge des Ortes Thierstein im Landkreis Wunsiedel stehen in engem Zusammenhang
mit der Errichtung der Burg. Nach Gründung des Herrensitzes siedeln sich die ersten Bauern und
Handwerker an, die für die Versorgung der Burgbewohner zuständig waren und für die Verteidigung
in Kriegszeiten herangezogen wurden.
Urkundlich nachweisbar ist, dass die Burg Thierstein 1343
"auf deß Reichs Perg und Poden" errichtet wurde.
Die v. Nothaft, ein reich begütertes egerländisches Geschlecht,
bilden hier den Mittelpunkt einer Rodungsherrschaft
und sind mit dem Forstmeisteramt beauftragt.
1368 beklagt sich der Rat der Stadt Eger über die Siedlungs-
aktivitäten der Thiersteiner Burgbesitzer,
die Dörfer und Hammerwerke in ihrem Einflussbereich anlegen
lassen und dadurch eine Einschränkung des Egerer Machtbereichs
vornehmen; es kommt zur Fehde und zu Auseinandersetzungen.
1393 wird die Burg mit ihren Zugehörungen an Markgraf Wilhelm I. von Meißen verkauft.
Von diesem kommt sie durch Erbfolge und nach langwierigen Prozessen 1415 an den Burggrafen
von Nürnberg, wo sie fortan als Amtssitz für die zollerischen Amtleute dient.
Thierstein liegt im Verwaltungsbezirk "Hauptmannschaft vorm Wald" (= Böhmerwald),
ab 1504 im Sechsämterland in der Markgrafschaft Bayreuth.
Im Bundesständischen Krieg 1554 brennt die Burg nieder, um 1575 ist sie nicht mehr bewohnt,
die Gebäude verfallen. Der Bergfried findet in Kriegszeiten als Wach- und Signalstation Verwendung,
zuletzt im Spanischen Erbfolgekrieg.

Aus "Lexikon Fichtelgebirge" von Dietmar Herrmann/ Helmut Süssmann, Ackermann-Verlag Hof.
Foto: Dietmar Herrmann


 
- Historische Ansichten -
Die frühere "Maintalstraße"
vom 28.04.2004
Die Fichtelgebirgsstraße, heute auch als Bundesstraße 303/Europastraße 48 bekannt,
beginnt im Fichtelgebirge an der Autobahn A 9 bei Bad Berneck und verläuft in östlicher Richtung
durch das Maintal, an Bischofsgrün und Karches vorbei zum Seehausparkplatz, überschreitet dort
die Wasserscheide zwischen Nordsee und Schwarzem Meer und den höchsten Punkt von 777 Meter
über Meereshöhe, führt zum Silberhaus und nach Tröstau, läuft an Wunsiedel, Marktredwitz,
Seußen, Arzberg vorbei und kommt bei Schirnding zur Staatsgrenze.
Die Straße wurde in den vergangenen Jahrzehnten in verschiedenen Abschnitten ortsumgehend,
kreuzungsfrei oder dreispurig ausgebaut;
sie ist seit der Grenzöffnung 1990 zu einer stark frequentierten Fernverkehrsstraße geworden.

Foto: Herrmann
Erstmals wird 1862 eine Straßenverbindung zwischen Bad Berneck und Wunsiedel
angelegt, die "Maintalstraße" hieß. Der Bau der Fichtelgebirgsstraße wurde als
"Ostmarkstraße" begonnen, das Gesamtkonzept in der ursprünglichen Form
nicht vollendet. Man plante zur Stärkung der ostbayerischen Region im Februar
1934 einen völlig neuen Straßenzug von Hof durch die Bayerische Ostmark
bis nach Passau. Bezweckt werden sollte in diesem strukturschwachen Landstrich
die Förderung des Fremdenverkehrs durch die Anbindung an die Industriegebiete
von Sachsen und Thüringen.

Nicht in Kilometern, in Stunden wurde die Entfernung früher gemessen.

Durch die Planung der Autobahn Berlin-München wurde die Trassenführung dann verlegt.
Beginn der Ostmarkstraße war nun die Autobahnausfahrt westlich von Bad Berneck mit Führung
durch das Fichtelgebirge, südlich an Marktredwitz vorbei, über den Steinwald nach Erbendorf,
Weiden und weiter in Richtung Passau.
Ab 1937 wurde mit dem Bauabschnitt Bad Berneck Wunsiedel, teilweise auf einer neuen Trasse,
begonnen. 1941 mussten die Arbeiten kriegsbedingt eingestellt werden, weshalb der Abschnitt
Sichersreuth-Steinwald-Erbendorf nicht mehr verwirklicht werden konnte und auch nach
dem 2. Weltkrieg nicht mehr zur Debatte stand.
Die ursprüngliche Ostmarkstraße beginnt nun bei Bayreuth und führt über die B 22 in die Oberpfalz
nach Erbendorf-Weiden. Die Fichtelgebirgsstraße ist seit einigen Jahren ab Bad Berneck
auch Teil der Burgenstraße. Diese Touristikroute beginnt in Mannheim und endet in Prag.

 
- Historische Ansichten -
Die Prinzenfelsen im Hohen Fichtelgebirge
vom 05.05.2004
Die Prinzenfelsen sind gewaltige Granit-Felstürme im Hohen Fichtelgebirge, zwischen dem Rasthaus
Silberhaus und der Hohen Matze gelegen. Es ist ein Areal von Felsgruppen unterschiedlicher Größe,
aus der zwei besonders hoch hervorragen.
Auf den höchsten Felsenturm führen Treppen und wir befinden uns auf dem Aussichtsplateau
in 751 Metern Höhe. Die Felsengruppe befindet sich im Staatsforst, ist ein geschütztes Naturdenkmal,
sie liegt genau auf dem 50. Breitengrad.

In einer Grenzbeschreibung von 1435 werden die Felsen "Scheferstain", 1536 "Schäferstein"
und 1716 "Schieferstein" genannt.
Im Volksmund hießen sie "Girglstein", abgeleitet von der nahegelegenen Girgelhöhle.
Am 25. November 1911 wurden sie in Anwesenheit von Mitgliedern der FGV-Ortsgruppe Nagel und
des FGV-Hauptvereins bei einem "Festakt" in "Prinzenfelsen" umbenannt, um ihren Bekanntheitsgrad
zu fördern, lagen sie doch etwas abseits des Wanderweges.
Der Prinz-Ludwig-Felsen ist der größere und der Prinz-Leopold-Felsen der kleinere Felsturm.
Man wählte diese Bezeichnung zur Erinnerung an die 1905 beziehungsweise 1910 erfolgten Besuche
der beiden Wittelsbacher im Fichtelgebirge.

Im Jahr 1880 wurde von der Sektion Fichtelgebirge des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins
vom damaligen Forsthaus Silberhaus zum Girgelstein ein Gangsteig angelegt.
1913 veranstalteten FGV-Mitglieder bei den Prinzenfelsen ein Waldfest, um mit dessen Erlös einen
Treppenaufgang zu schaffen. Die Besteigungsanlage wird seit dieser Zeit von der FGV-Ortsgruppe
Nagel betreut und wurde wiederholt ausgebessert oder erneuert.

Heute erreichen wir die Prinzenfelsen auf dem Höhenweg
(weißes H auf rotem Grund) vom Parkplatz Silberhaus
an der B 303 in Richtung Hoher Matze nach etwa 15 Minuten
Gehzeit. Vom Prinz-Ludwig-Felsen schaut man hinunter
auf den weit verzweigten Ort Nagel und hinüber zum Armesberg
in der Oberpfalz.
Es folgt das obere Fichtelnaabtal mit dem Ort Mehlmeisel
und dem Klausenberg mit Klausenlift, dann der gewaltige
Bergrücken des Ochsenkopfes mit Sendeturm
des Bayerischen Rundfunks. Weiter geht der Rundblick zur Platte,
nur die Aussicht nach Osten ist eingeschränkt

Treppen führen seit 1913 auf den Prinz-Ludwig-Felsen.

Aus der Internetpräsentation des Fichtelgebirgsvereins www.bayern-fichtelgebirge.de,
Link Region Schneeberg.
Foto: Hermann

 
- Historische Ansichten -
Burg Hohenberg an der Eger
vom 12.05.2004
Die auf einem steil zur Eger abfallenden Fels stehende Burg Hohenberg entstand in Zusammenhang
mit der Sicherung der Reichsburg Eger in der Zeit der Staufer.
Erstmals wird urkundlich 1222 ein "Bertholdus de Honberg" in einer Waldsassener Schenkungs-
urkunde genannt. Dem reich begüterten Rittergeschlecht gehörte auch die Burg von Wunsiedel
und das Burglehen von Eger.

Vom letzten des Geschlechts Kneußel von Hohenberg erwirbt Burggrafen Friedrich III. von Nürnberg
1285 Wunsiedel, wenig später fällt auch Hohenberg an ihn;
Hohenberg und Wunsiedel sind damit die ersten Erwerbungen der Hohenzollern im Gebiet
der Reichsstadt Eger. 1322 wird Hohenberg zwar zusammen mit Eger an den Böhmenkönig
Johann von Luxemburg verpfändet, die Auslieferung Hohenbergs unterblieb jedoch.
1413 wird Hohenberg dem Egerer Landgericht endgültig entzogen, es entsteht das Amt Hohenberg
im nachfolgenden Sechsämterland in der Markgrafschaft Bayreuth.

Burg Hohenberg an der Eger
Um die Burg entsteht eine dörfliche Siedlung mit Herbergen,
einer Schenkstatt und Mühle. Ort und Burg Hohenberg
sind bis 1799 mit dem Privilegum einer "kaiserlichen Freistätte"
ausgestattet. Vier steinerne Säulen, die im Burghof zu sehen
sind, standen an den Eingangswegen des Ortes und grenzten
einen Schutzbereich ab.
Gelang es Rechtsbrechern, den Schutzbereich zu erreichen,
standen sie im Asyl des Kaisers und waren zunächst frei
von Verfolgung.
1814 gründet Carl Magnus Hutschenreuther in Hohenberg
die erste Porzellanfabrik im nordostbayerischen Raum.
Im April 1945 werden durch Artilleriebeschuss, Kirche,
34 Wohnhäuser und die Vorburg zerstört. Am 29. April 1960
erhält Hohenberg die Bezeichnung als "Stadt" verliehen.
Aus dem Lexikon Fichtelgebirge, Ackermann-Verlag Hof/Saale
Foto: Herrmann

 
- Historische Ansichten -
Die Carolinenquelle bei Hohenberg
vom 19.05.2004
In Hohenberg an der Eger im Landkreis Wunsiedel, östlich am Fuße des Burgberges im idyllischen
Tal der Eger, befindet sich ein Eisensäuerling. Seine Bestandteile sind unter anderem Natrium,
Kalium, Magnesium, Calcium, Eisen, Hydrogenkarbonat, freies Kohlendioxyd.
Die Zusammensetzung ist ähnlich der Quellen in Franzensbad in der Tschechischen Republik.
Bereits ab 1663 wird die Quelle von der damaligen Landesherrschaft der bayreuther Markgrafen
für eine "Sauerbronnenkur" genutzt, es entsteht sogar ein "Padhaus". 

Die Carolinenquelle bei Hohenberg
Weiterhin wird das heilkräftige Wasser in Tonflaschen abge-
füllt. Ein Projekt "Heilbad Hohenberg" ließ sich jedoch
nicht verwirklichen.
1824 genehmigte Königin Caroline von Bayern
die Heilquelle nach ihrem Namen zu benennen.
Ab 1929 entstand ein Brunnenhaus mit Abfüllanlage
für das Mineralwasser "Carolinensprudel",
1975 wurde die gewerbliche Nutzung der Quelle eingestellt.
Der Sauerbrunnen wird heute noch für Trinkzwecke genutzt.
Aus der Internetpräsentation des Fichtelgebirgsvereins Stichwort Gewässerkunde
www.bayern-fichteigebirge.de
Foto: Herrmann

 
- Historische Ansichten -
Der Weidnerslipp und er Drehoarsch ver Huf in Hirschberg
vom 07.07.2004
Von alters her entspricht die Hofer Küche ganz der Mentalität der Einheimischen.
Nichts Gekünsteltes, nichts Gesteltztes, dafür aber Herz- und Schmackhaftes, eben Echtes,
findet man in den Kochtöpfen der Hausfrauen in Bayern ganz oben.
Die Hofer Metzger sind es vor allem, die einen entscheidenden Anteil an den Kochkünsten
der Saalestadt für sich beanspruchen können.
Ihre Würste gelten weit und breit als die besten (?) und kein ausgewanderter Hofer wird es
beim Besuch seiner Heimatstadt versäumen, ein ansehnliches Paket mit in die Fremde zu nehmen.

Den Stoff, aus dem diese Leckerbissen sind, liefert seit je das Umland.
Die Ställe Thüringens, Sachsens und Böhmens, die des Frankenwaldes und des Fichtelgebirges
waren und sind die Supermärkte der Hofer Wurstkünstler.

Da sind einmal im Jahr nach dem Siebziger Krieg (1870/ 71), es war am Ostermontag,
zwei Metzger aus der Neustadt zum Viehkauf ins Reußische gegangen.
Einer der beiden, der Hann, hatte sich aus dem Krieg, aus Sedan, ein Andenken mitgebracht.
Die Kugel saß immer noch dort, wo der Hann saß, und gab seinem Gang einen eigenwilligen
choreographischen Ausdruck.
Nach ihrem Weg durchs Saaletal trafen sie gegen zehn Uhr vor der Hirschberger Kirche ein,
in der gerade der Ostergottesdienst gefeiert wurde.
Da meinte der Hann: "Gieh zu, Lipp, well mer uns hiehockn, vo dera Laaferei tunn mer die Baa
und der Hinterer wieh. Wos maanst, in der Kerng geht ka Wind und mir kenna zuhorng,
wie sa denn Herschbergern die Grebstn routuun."
Der Philipp war nach einigen Bedenken einverstanden und so betraten sie das Gotteshaus.

In der letzten Bank haben sie Platz gefunden und der Predigt gelauscht, die von den beiden Jüngern
handelte, die auf dem Weg nach Emmaus ihrem auferstandenen Herrn begegneten.
Nach einer Weile des Verschnaufens raunte der Philipp dem Hann ins Ohr:
"Komm mir genga wieder, dem Pfarrer sei Zeich verstieh ich suwiesu nit."
Und sie verschwanden wieder, so lautlos, wie sie gekommen waren.
Der Pfarrer auf der Kanzel aber, der nun zur Nutzanwendung seiner Predigt überging,
rief in dem Augenblick, als die zwei das Kirchenportal hinter sich schlossen, seinen Schäflein zu:
"Und wer waren die beiden, die da hinausgingen?"
Da fuhr die Greimsmutter hoch, sie hatte ihre Aufmerksamkeit mehr den seltenen Kirchengästen
geschenkt als den Worten ihres Hirten, "der Weidnerslipp und er Drehoarsch ver Huf" rief sie,
denn sie meinte, der Frage ihres Seelsorgers eine Antwort schuldig zusein.

Aus: Heimatkalender für Fichtelgebirge, Frankenwald und Vogtland, 1985.
Erschienen im Ackermannverlag Helmut Süßmann, Hof


 
- Historische Ansichten -
Die Egerquelle bei Weißenstadt
vom 14.07.2004
Die Quellfassung der Eger liegt am Nordwest-Hang der Schneeberges, 150 Meter westlich
der Kreisstraße WUN 1 von Weißenstadt nach Bischofsgrün direkt beim Parkplatz Egerquelle.
Die erste provisorische Quellfassung erfolgte durch einen einfachen Stein mit der Inschrift
"Egerquelle 1850".

Die heutige Quellfassung von 1923 geht auf die Initiative der Stadt Eger zurück.
Zwölf roh behauene Granitsteine schließen einen Ring um den Quellaustritt.
Der Kopfstein wurde etwas größer gehalten und zeigt neben dem Wort "Eger" das Stadtwappen
der alten Reichsstadt.
Die anderen Steine der Quellfassung tragen die Namen der Orte, die zur Finanzierung beitrugen:
Weißenstadt, Marktleuthen, Königsberg, Falkenau, Elbogen, Karlsbad, Fischern, Klösterle, Kaaden,
Saaz und Postelberg.
Durch den Quader von Klösterle, welcher den Quellabfluss bildet, geht die Eger auf ihre 325 km
lange Reise. Die geschmackvolle Bauausführung übernahm die Grasyma AG Wunsiedel,
die offizielle Einweihungsfeier fand am 1. Pfingstfeiertag 1924 statt.


Die Egerquelle am Fuße
des Schneeberges
Unmittelbar südlich der Quellfassung ruht ein rechteckiger
Granitblock auf zwei Steinwürfeln mit der Inschrift:

Als der Knabe kam zur Eger:
"Eger, sprich, wo eilst du hin?"
"Zu der Elbe" rauscht es reger,
"Zu der Elbe muss ich ziehn!".

Als der Knabe kam zur Elbe,
war die Antwort inhaltsschwer;
Donnernd braust zurück dieselbe:
"Und ich muss ins deutsche Meer!"

Der leicht abgeänderte Text stammt aus dem Lied "Podersamer Heimatklänge" (Text Dr. Karl Tilp;
Vertonung Professor Josef Freyer).

Ein Gedenkstein der sudetendeutschen Heimatvertriebenen steht nur wenige Meter abseits
der Quellfassung und verkündet: "Die Welle weiß, wohin sie geht.";
der Text stammt von dem Schriftsteller Erwin Guido Kolbenheyer.
Der Stein wurde anlässlich des Egerlandtages 1955 in Bayreuth von der Firma Grasyma AG
Wunsiedel errichtet.

Der Quellbereich mit seiner Laubholzumgebung ist geschütztes Naturdenkmal.
Südlich der Weißenhaidermühle liegt am Nord-Hang des Schneeberges das Quellgebiet
der "Alten Eger". Dort soll der eigentliche Egerlauf, jetzt Zinnbach genannt, seinen Ursprung haben.
Aus "Bequemlichkeit" wurde die leichter zu erreichende jetzige Quelle gefasst.

Aus Lexikon Fichtelgebirge", Ackermann-Verlag Hof
Foto: Herrmann


 
- Historische Ansichten -
Die Verwaltung im Fürstentum Bayreuth
vom 21.07.2004
Das Fürstentum Bayreuth ist in sechs Kreise aufgeteilt.
Vier im Oberland (Hof, Wunsiedel, Bayreuth, Kulmbach)
und zwei im Unterland (Erlangen und Neustadt an der Aisch).
Jeder Kreis umfasst zwei, drei oder vier Amtsbezirke (insgesamt 20):
elf liegen im Oberland (Hof, Lichtenberg, Münchberg, Wunsiedel Gefrees, Marktschorgast,
Kulmbach, Sanspareil, Bayreuth, Weidenberg, Pegnitz sowie das Dorf Kaulsdorf in Sachsen
das getrennt verwaltet wird und zum Kreis Hof gehört)
und neun im Unterland.

Die allgemeine Landesverwaltung obliegt der Kriegs- und Domänenkammer, die zwei Senate umfasst.
Der erste Senat, die eigentliche Kammer, besteht aus einem Präsidenten, zwei Direktoren
und acht bis zehn Räten und Assessoren.
Einige junge Referendare wohnen den Sitzungen bei, um Kenntnisse in Regierungsangelegenheiten
zu erwerben.

Die Kammer war unmittelbar dem preußischen Minister für Franken und ist seit November 1806
dem französischen Zivilgouverneur unterstellt und zuständig für die oberste Polizei, Finanzverwaltung,
Rechnungsprüfung, Entscheidungen bei Steuerbeschwerden,
Überwachung der untergeordneten Ämter, Aushebung zum Kriegsdienst, Überwachung der
Verwendung öffentlicher Gelder, Innungsangelegenheiten - kurz, die Verwaltung im weitesten Sinne.
In vielen Fällen hat sie die letzte Entscheidungsgewalt inne, ist jedoch zumeist dem Minister
berichtspflichtig. Alle Angelegenheit werden vor versammelter Kammer vorgetragen.
Der Präsident hat nur eine Stimme.

Der zweite Senat wird durch einen Teil der Kammer gebildet, und derselbe Präsident steht ihm vor.
Dieser Senat besteht aus einem Direktor und vier oder fünf Räten oder Assessoren und befasst sich
insbesondere mit den Beziehungen des Landes zu seinen Nachbarstaaten, mit Kirchenangelegenheiten,
Pfründen und Lehensangelegenheiten.
Unter seinen Mitgliedern sind stets einige Geistliche, die in Konsistorialangelegenheiten Stimmrecht
haben.

Die dritte Abteilung der Kammer ist das Medizinalkollegium.
Es wird von einem Direktor geleitetet und hat vier bis fünf Mediziner und Pharmazeuten
als Mitglieder. Dem Medizinalkollegium obliegt insbesondere die Überwachung der öffentlichen
Gesundheit. Bei Epidemien oder Viehseuchen haben sich die Mitglieder am Ort des Geschehens
einzufinden und die nötigen Vorkehrungen zu beschließen, um eine Ausbreitung zu verhindern.
 


Camille de Tournon, französischer Zivilgouverneur,
in "Statistik der Provinz Bayreuth", 1809;
neu herausgegeben vom Historischen Verein für Oberfranken,
2002.
 

Baron Camille de Tournon nach einem Gemälde um 1820.